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Interview mit Hannes Neubauer (Floyd):


Hannes Neubauerwurde 1966 in Bamberg (Franken / Deutschland) geboren.


Nach seiner Schulzeit hat er in den verschiedensten Berufen Erfahrungen gesammelt (Koch, Bäcker, Masseur), um 1994, nach acht Semestern Studium an der Kunstschule Westend und der Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design, den Schritt in die Selbstständigkeit als Illustrator und Comiczeichner zu vollziehen.


werbecomics.info: Wie wurde Ihr Interesse an Comics geweckt?


Hannes Neubauer: Bei meinen Eltern lag der Asterix rum und nach jedem

   Zahnarztbesuch gab’s ein ‚Lustiges Taschenbuch’ von Disney als

   Trostpflaster. Auf dem Land in einer unterfränkischen Kleinstadt

   war nichts los und der Atari 2000 kam erst als es schon passiert

   war.


werbecomics.info: Was waren/sind Ihre Lieblings-Comicserien?


Hannes Neubauer: Das Konzept der Serie fand ich nie so spannend – ich hab halt

   konsumiert, was mir in die Griffel kam, gesammelt habe ich nie und

   das ist bis heute so. Natürlich holt man sich dann schon mal eine

   Komplettausgabe von (zum Beispiel) Black Hole von Charles

   Burns. Interessiert hat mich genreübergreifend alles, was gut

   gemacht war.

   Es würde den Rahmen sprengen, all dies hier aufzuführen.


werbecomics.info: Welchem Stil würden Sie ihre Zeichnungen zuordnen?


Hannes Neubauer: Keinem und fast jedem – ich bin vielfältig und versuche dem

   inhaltlichen Thema mit dem aus meiner Sicht geeigneten Stil

   bestmöglich gerecht zu werden. Ob das nun Funny, Semi-Funny,

   Ligne Claire, Street Art oder stilisierter Realismus ist – was halt

   gerade so passt.


werbecomics.info: Hatten Sie bestimmte Vorbilder und wenn ja, welche?


Hannes Neubauer: Beeinflusst haben mich u.a. so unterschiedliche Sachen wie Donald

   Duck von Carl Barks, Don Martin (bekannt aus MAD), Yves

   Chaland, Hunt Emerson oder Hanco Kolk. Ein Vorbild im Sinne

   eines Vorbildes kann ich aber nicht benennen.


Werbecomics.info: Ab 1994 haben Sie für Aero Lloyd die Figur "FLoyd"

   entwickelt. Bis 2001 sind 13 Folgen erschienen.  

   Wie kam es zur Zusammenarbeit und wie gestaltete sich diese

   im Lauf der Zeit?


Hannes Neubauer: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, meine aber, der Kontakt kam

   zustande, nachdem AeroLoyd über eine Frankfurter

   Comicbuchhandlung meinen Namen erfahren hatte.

   Die Zusammenarbeit war sehr angenehm und unproblematisch.


werbecomics.info: Können Sie etwas zu der Konzeption der Geschichten und

    Figuren sagen?


Hannes Neubauer: Aero Lloyd kam mit dem Wunsch einen Drachen als

  Sympathieträger zu konzipieren auf mich zu – Feuer an Bord durfte

   es aber nicht geben. Die Konzeption lag größtenteils bei Aero

   Lloyd. Es wurde mit jeder Geschichte ein Reiseziel, das Aero Lloyd

   anflog, thematisiert.


werbecomics.info: Wie sah Ihr Arbeitsablauf für Floyd aus. Welches    

    Handwerkszeug benutzten Sie?


Hannes Neubauer: In der Regel bekam ich ein mehrseitiges Script, in dem der

   Handlungsablauf grob formuliert war. Da nur wenig

   ‚Comicverständnis’ von Seiten der Auftraggeber vorhanden war,

   lag es an mir, das in eine lesbare und funktionierende Form zu

   bringen. Dabei hatte ich gestalterisch viele Freiheiten und konnte

   mich auch inhaltlich einbringen. Der Arbeitsablauf war so, dass ich

   auf Zeichenkarton mit Bleistift eine Vorzeichnung erstellte, diese

   dann zur Korrektur vorlegte und im Anschluss mit Pinsel und

   Tusche die Outline erstellte. Nach Digitalisierung habe ich die

   Seiten per Photoshop koloriert.


werbecomics.info: Die Zeichnungen der späteren FLOYD-Ausgaben erscheinen

    mir etwas gröber, eckiger zu sein. Gab es dafür Gründe?


Hannes Neubauer: Wenn man einen Charakter über längere Zeit zeichnet, entwickelt

   er eine gewisse Eigendynamik. Man bringt eigene Vorlieben ein

   und wird sicherlich auch mutiger bei der Strichführung. Eine ganz

   normale Entwicklung, die so auch bei anderen Comicserien

   deutlich zu sehen ist.


werbecomics.info: Welche Tabus gab es beim Zeichnen der Geschichten?


Hannes Neubauer: Tabus gab es in dem Sinne, dass alles was nicht familienfreundlich

                              und kindgerecht war, rausflog. Es galt also, in Wort und Bild eine

                              Darstellung zu finden, die den Zusatz „Don’ttrythisathome“

                              überflüssig machen sollte.


werbecomics.info: Haben Sie ein paar Anekdoten zu FLOYD auf Lager?


Hannes Neubauer: In der Wohnung unter mir zog vor ein paar Jahren eine ehemalige

   Aero Lloyd Stewardess ein. – Wie sich bei einem Schwätzchen

   beim Wäscheaufhängen im Hinterhof herausstellte, war sie grosser Fan

   der Floyd Comics und hatte die gesammelten Werke. In der Regel

   bekommt man ja wenig von der ‚Front’ mit, wenn man so in seinem

   Kämmerchen vor sich hinzeichnet. So hatten wir einen regen

   Austausch zum Thema und waren beide erfreut über die nette

   Nachbarschaft.


werbecomics.info: Welche Projekte hatten und habenSie noch im Bereich der

    Werbecomics?

  

Hannes Neubauer: Reine geschichtenerzählende Comicprojekte zur Zeit keine,

  Illustrationen im Comicstil aber recht viele. Regelmässig erscheint

  unter anderem bei Rossmann die Hörbuchserie Monika Häuschen,

  die ich seit vielen Jahren illustrativ begleite.


werbecomics.info: Welche Werbecomicserien sind Ihnen noch aus Ihrer Kindheit

    bekannt?

  

Hannes Neubauer: Lurchi, Knax und Papa Moll


werbecomics.info: Welche Comic-Projekte haben Sie sonst zurzeit in Arbeit.


Hannes Neubauer: Das kleine Schwarze – als Buch bereits erschienen bei Edition

   Moderne - ist zur Zeit mein erklärtes Lieblings-Freizeit-

   Comicprojekt. Die neuesten Episoden sind auf dem Blog:

   http://daskleineschwarzeblog.wordpress.com/ zu finden.


werbecomics.info: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.