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MIKE von MALI & WERNER


Untertitel:Eine illustrierte Comic-Bibliographie  


Hardcover, vierfarbig, A4, 164 Seiten


Verlag: Edition Comicographie:


Preis: 39,80 Euro

  

Erscheinungstermin: Mai 2016


Im Mai 1978 starteten die Genossenschaftsbanken zur Promotion des neuen Sparkonzepts für Jugendliche, dem Jeans-Sparbuch, mit einer eigenen Comicserie. Mali Beinhorn und Werner Büsch waren zur damaligen Zeit eher für ihre Underground-Comics im Volksverlag bekannt. Doch mit der neuen Serie betraten auch sie Neuland. Statt auf reine Werbebotschaften zu setzen, entwickelten sie Mike Hamsterbacke – ein perfektes Tier für ein Sparkonzept – und legten mit Geschichten rund um das Thema „Taschengeld“ los.


Die redaktionelle Betreuung lag auch bei den beiden Künstlern, die heute in der Nähe von Münster heimisch sind, so dass ein Magazin „aus einem Guss“ entstand, welches in den kommenden Jahrzehnten ein erfolgreicher Dauerrenner werden sollte. In den kommenden Jahren kamen lange Abenteuergeschichten hinzu, die das Heft von anderen Publikationen dieser Art deutlich abhoben.


Auf dem Höhepunkt ab Mitte der 80er Jahre erreichte „Mike“ Auflagen von bis zu 850.000 Stück und lag damit noch vor der Micky Maus! Das Konzept war so überzeugend, dass auch Auslandsausgaben in anderen europäischen Ländern erschienen.

Doch in der weiten Welt der Commicsammler fristete die Serie, die durch spritzigen Humor und liebevolle Zeichnungen bestach ein wahres Schattendasein. „Völlig zu Unrecht“, fand der Herausgeber Sebastian Otten. Ab 2009 engagierte er sich bei der Datenbank comicguide.de und erstellte anhand seiner eigenen Sammlung Datensätze mit den einzelnen Geschichten. „Dabei fiel mir auf, wie viele Lücken es eigentlich gab“, erinnert er sich. „Die meisten Geschichten hatten keine Angaben dazu, wer für den Text und wer für die Zeichnungen verantwortlich war.“ Da auch keine geeignete Literatur über die Serie vorhanden war, dachte der heute 42jährige – inspiriert durch die in Eigenregie von den Sammlern Gerald Berse und Michael Becker herausgegebene „Hit-Chronik“, für die er einen Artikel mit verfasste – man müsse selbst aktiv werden. „Eine Monographie, oder besser noch eine illustrierte Bibliographie über ein Comic-Kundenheft, das hatte es bisher noch nicht gegeben“, dachte sich Sebastian Otten und nahm Kontakt mit den beiden Künstlern auf. „Auf meine erste Mail herrschte Skepsis bei Mali und Werner. Sie dachten, da wollte sie jemand veräppeln“, doch als die ersten Probeseiten bei der Comicwerkstatt Büsch-Beinhorn einflatterten, erklärten sie sich sofort bereit, mit zu helfen, um Licht ins Dunkel zu bringen.


Doch sie waren nicht die einzigen, die halfen, dass eine komplette Bibliographie der Serie, von der bis zu der Fusion mit „Marc & Penny“ zu Primax 175 Hefte, eine Sonderausgabe, drei Alben und vier Sonderpublikationen erschienen, zu erstellen.

Gabriel Nemeth, der von 1986 bis 1992 gemeinsam mit Jan Gulbransson an den Geschichten der Nebenfigur Gierschlund Wolf arbeitete, griff in sein Archiv und stellte Scans von Originalseiten zur Verfügung und verfasste auch einen Artikel für das Buch. Auch Hansi Kiefersauer arbeitete lange Jahre an Geschichten für Mike und gab ebenso wie Nemeth und Gulbransson ein ausführliches Interview.

Der heute bekannteste Mitarbeiter ist Ralph Ruthe, mit dem sich Sebastian Otten in Bielefeld zu einem Gespräch traf.

„Es ist unglaublich, dass alle Künstler geholfen haben, dass dieses Buch entstehen konnte“, freut sich der Herausgeber. Und auch Dr. Eckart Sackmann, Mitinhaber des Verlages comicplus+, der Ende der 80er Jahre die drei einzigen Alben der Serie herausgab, erinnert sich in einem Interview an das Wagnis, ein „Werbecomic“ als Album zu verlegen.

 

Die illustrierte Bibliographie mit allen Geschichten und Abbildungen sämtlicher Cover bildet das „Herzstück“ des 163 Seiten umfassenden Buches mit dem knackigen Titel „Mike von Mali & Werner“, das die Edition Comicographie im Mai 2016 zur Comic-Messe in Köln herausbringt. Neben der Miniauflage von 500 Exemplaren erscheinen 50 Stück einer nummerierten Ausgabe mit Sondercover, die von Mali und Werner signiert werden.

 

Der Leser kann zudem die Entwicklung des Magazins nachlesen und sich die wichtigsten Geschichten und Reihen erschließen.

Der Herausgeber ist froh, dass rund fünf Jahre nach dem Start an seinem „Herzensprojekt“ das Buch fertig ist: „Unzählige Stunden habe ich in dieses Buch gesteckt, aber ich bereue keine einzige Minute!“


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