WERBECOMICS.info


Hauptseite Neuigkeiten Serien Cover-Galerie Sonstiges Links


Interview mit Robert Platzgummer (KNAX) :


Robert Platzgummer wurde am 29. März 1975 in der Königlich-bayrischen Landeshaupt- und Residenzstadt München geboren. Nach dem Abitur 1996 und acht Semestern Studium an der Münchner Blocherer Schule begann 2001 sein eher aufhaltsamer Aufstieg als selbstständiger Graphiker und Comiczeichner. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er als Erfinder der Mingamangas, einer vierköpfigen Bubenbande, die zuerst im Münchener Comicmagazin „Comicaze“, später dann irrtümlich in der Zeitschrift „ZACK“ erschien.


werbecomics.info: Lieber Herr Platzgummer, Sie waren eine Zeit lang bei KNAX

(Werbezeitschrift der Sparkassen) als Zeichner an Bord. Wie kam es dazu?


Robert Platzgummer: Bei KNAX war ich ungefähr zwei  Jahre dabei (ab Heft 4/2011), und zeichnete die Onepager auf der Rückseite. Dazugekommen bin ich über eine Empfehlung von Franz Gerg, der die Titelbilder und die KNAX-Kalender macht. Damals wurde ein zusätzlicher Zeichner benötigt, um Boris Zatko ein wenig zu entlasten.


werbecomics.info: Mussten Sie für den Einstieg Probezeichnungen anfertigen?


Robert Platzgummer: Wenn ich mich recht erinnere, hat Roberto Freire damals darauf vertraut, daß ich mit Didi, Fetz & Co. auch ohne Probezeichnungen zurechtkommen würde, da meine eigene Serie sich genau wie KNAX am frankobelgischen Marcinelle-Stil orientiert.


Allerdings gab es dann doch unerwartete Anlaufschwierigkeiten. Die Proportionen der Figuren waren schwierig zu kontrollieren, bis ich zum Glück darauf kam, dass ich die KNAX-Seiten einfach nur doppelt so groß zeichnen mußte, wie ich das von meiner eigenen Serie gewohnt war. Dann ging's. (Dafür habe ich dann wohl zu viele Details in die größeren Panels gepackt, aber das war im Vergleich zum anderen das geringere Übel.)


werbecomics.info: Wie war das so, bei solch einem Projekt wie „KNAX“ mitzumachen?


Robert Platzgummer: Mei, es war zwar schon irgendwie lustig, ein bißchen Geld mit Figuren zu verdienen, die man noch aus der eigenen Kindheit kennt, aber die Arbeit an sich war jetzt eigentlich nicht so furchtbar außergewöhnlich. Man kriegt halt die Szenarios von Götz Bachmann zugeschickt, und die Figuren sind alle vorgegeben, das muß man dann eben umsetzen. Recht viel mehr ist da nicht. Zwar hat man einen gewissen Spielraum, was eigenmächtige Änderungen am Handlungsablauf betrifft, aber zu weit darf man‘s auch nicht treiben. Letzten Endes bewegt sich bei KNAX alles innerhalb klar vorgegebener Grenzen.


Bei mir gab es meistens Ärger, weil die Nase von Fetz zu groß, oder weil Feelicia nicht genügend anmutig war.


werbecomics.info: Gab es denn Absprachen? Fand Kommunikation zwischen den KNAX-Teammitgliedern statt?



Robert Platzgummer: Von den redaktionellen Sachen bekommt man auch nicht unbedingt viel mit, weil das meiste davon vorab zwischen Roberto Freire in Remscheid und der Redaktion in Stuttgart besprochen wurde, und ansonsten jeder Mitarbeiter in einer anderen Stadt wohnt - Franz Gerg in Lenggries, Ulf Graupner in Berlin, Boris Zatko in Basel, ich in München.


Man könnte höchstens erwähnen, daß Roberto Freire hartnäckig versucht hat, mich zur verbalen Verwendung des Schriftdeutschen zu nötigen, da er vom herben Klang der schönen bayrischen Sprache irrationale Angstzustände bekam, gleichwohl aber darauf bestand, mir alle redaktionellen Änderungswünsche telephonisch mitzuteilen - für mich völlig unverständlich, da die redaktionellen Anweisungen sich meist in maximal sechs bis sieben kurzen Sätzen zusammenfassen ließen, was man genausogut auch per E-Mail hätte erledigen können. Der Sinn dieser Aktion hat sich mir bis heute nicht so recht erschlossen. Ich nehme an, es ging darum, mich zu einem besseren Menschen zu erziehen, denn nach Ansicht zahlreicher kompetenter Fachleute (Thilo Sarrazin zum Beispiel ...) erkennt man in Deutschland den besseren Menschen daran, daß man aus seiner Aussprache keinerlei Herkunftsmerkmale heraushören kann. Aber das fällt wohl mehr oder weniger in die Rubrik "amüsante Anekdote am Rande".


werbecomics.info: Gab es Lob oder Kritik, auch von Leserseite, zu Ihrem KNAX-Einseiter?


Robert Platzgummer: Was Lob und Kritik angeht, herrscht bei KNAX eine eindeutige Arbeitsteilung. Für die Kritik ist die Redaktion in Form zahlreicher wohldurchdachter Änderungswünsche zuständig, für das Lob hingegen die Leser. Zu den von mir gestalteten Seiten hat sich leider nur die Redaktion geäußert.


Das Lob von der Leserseite erfährt man bei KNAX übrigens nicht in schriftlicher Form per Leserbrief, sondern dadurch, daß man Monate später unter den im Heft veröffentlichten Leserzeichnungen plötzlich eine von seinen eigenen Figuren wiederentdeckt, die einer kleinen Leserin so gut gefallen hat, daß sie sie abgezeichnet und eingeschickt hat.


Unverständlicherweise wird in 100 % aller Fälle Franz Gerg auf diese Weise gelobt, wofür ihn alle anderen Zeichner heimlich hassen wie die Pest.


werbecomics.info: Welches ist Ihre liebste Figur aus dem KNAX-Kosmos?


Robert Platzgummer: Franz Gerg hat mal über meinen Staffie hergelästert und mir unterstellt, ich hätte ein Faible für häßliche Comicfiguren. Ich kann nicht abstreiten, daß mir rein vom optischen Aspekt her Mampf am besten gefällt, was vielleicht auch daran liegen könnte, daß er Franz Gerg ziemlich ähnlich sieht. (Roberto Freire dagegen kommt eher wie Pierre Kattun rüber.)


Vom Charakter und Gesamteindruck her gefällt mir dagegen der Fetz am besten. Das ist einfach der Bösewichtbonus, den Italowesternlegende Lee Van Cleef mal so beschrieben hat: "Die braven Helden haben mich persönlich nie interessiert. Sie sind sehr oft stinklangweilig, verplempern ihre Zeit und ihre Begabung mit Gutsein und Gutaussehen. Bösewichter dürfen hingegen viel mehr sein: Höhnisch, wild, sarkastisch, dramatisch, weinerlich, brutal, cool, usw. Das macht mehr Spaß."


All das trifft - innerhalb der redaktionellen Richtlinien natürlich - auf Fetz Braun zu. Und da KNAX ein Funny-Comic sein soll, darf der gute Fetz ja auch noch rettungslos dämlich und ungeschickt sein, was potentiell ja auch viel Spaß macht.


werbecomics.info: Und welche Figur mögen Sie weniger?


Robert Platzgummer: Dazu sage ich nichts ohne meinen Anwalt.


werbecomics.info: Wenn Sie eine KNAX-Geschichte frei gestalten könnten, wie würde diese aussehen? Gäbe es vielleicht neue Figuren, die Sie einführen würden?


Robert Platzgummer: Ich glaube, ich würde bei der Gelegenheit eher einige der in den letzten Jahren neu eingeführten Figuren abschaffen ... Scherz beiseite. Da ich ein unreifer Mensch bin, neige ich bei Geschichten, die ich völlig frei gestalten kann, gerne dazu, meinen Spaß haben zu wollen, d. h. eine von mir frei gestaltete Geschichte würde sich wohl eher wie eine nicht sonderlich jugendfreie KNAX-Parodie lesen ... weiter sage ich dazu nichts ohne meinen Anwalt.


Meine Stärke ist ja eigentlich eher, Storyentwürfe auszubauen und zu verbessern ... müßte ich aber mal eine ernsthafte KNAX-Geschichte frei gestalten, dann würde ich versuchen, insgesamt mehr Action, mehr Tempo, mehr Slapstick, mehr Humor, mehr sinnfreies Geblödel, mehr technischen Krempel, mehr Abenteuer, aber auch mehr Poesie einzubauen, und die Story mehr auf die Bedürfnisse von Buben auszurichten versuchen, die ja in den letzten Jahren eher vernachlässigt wurden.


Die Zielgruppe, die sich von den aktuellen KNAX-Stories offenkundig angesprochen fühlt, könnte man nämlich ohne jede Einschränkung mit "brave Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren" beschreiben. Das spiegelt sich auch in den Leserzuschriften und den eingesandten Zeichnungen wider, die grob geschätzt zu 80% von Mädchen stammen. In dieser Hinsicht ist das heutige KNAX Lichtjahre entfernt vom derben, aber dafür wesentlich lustigeren und interessanteren KNAX der achtziger Jahre.


Der tiefere Sinn und Zweck von KNAX war natürlich auch in den siebziger und achtziger Jahren kein anderer als Marketing. Allerdings konnte man sich damals noch wesentlich mehr erlauben - flotte Sprüche, Schlägereien, schweren Haus- und Landfriedensbruch, nächtliche Ruhestörung, tägliche Ruhestörung, groben Unfug, Waffengewalt, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Schadenfreude, kaum verhüllten Sadismus beim Ausführen der oft phantasievollen Schandtaten und Vergeltungsmaßnahmen, und so weiter.


Lediglich Sex war natürlich auch damals schon verboten. Aber das ist normal und vermutlich auch ganz gut so, da auf KNAX ja fast nur übergewichtige grauhaarige Männer leben, Dodo minderjährig und Pomm-Friedel ganz bestimmt nicht Germany's next Topmodel ist. Zwar ist mit Feelicia noch zur Kipka-Zeit wenigstens eine echte Sexbombe auf KNAX gelandet; die wurde dann aber (genau wie einst Schlumpfine) prompt entschärft und in den tiefen Wald verbannt, damit sie all die ledigen Männer im Dorf und auf der Burg nicht auf naheliegende Gedanken bringt.


(Und übrigens bin ich mit Franz Gerg völlig einer einer Meinung, daß es ein absoluter Unsinn ist, daß ausgerechnet Ambros von der Redaktion dazu auserkoren wurde, Feelicia ständig anflirten zu müssen. Und daß Walter Wildfang wesentlich besser für die Rolle des heimlichen Verehrers geeignet wäre.)


Das Problem ist, daß sich die Werbeabteilungen - nicht nur bei der Sparkasse, sondern in der gesamten deutschen Wirtschaft - aufregende Inhalte heutzutage nicht mehr ohne weiteres zutrauen, da ja inzwischen dank Facebook und Twitter wirklich jeder politisch korrekte Spießer in Nullkommanix einen veritablen Shitstorm lostreten kann. Und sowas will man unbedingt vermeiden. Auch KNAX dient nun mal in erster Linie dem Marketing der Sparkasse, das darf man nie vergessen.



werbecomics.info: Kurz vor dem Comicfestival in München 2013 haben Sie die Mitarbeit an KNAX aufgekündigt. Wie kann es zu diesem Schritt?


Robert Platzgummer: Das Jahr 2013 hat für mich in beruflicher wie in familiärer Hinsicht noch nie dagewesene Belastungen mit sich gebracht. Das fing schon mit einem mittelschweren Krankenhausaufenthalt über die Weihnachtsfeiertage 2012 an, bei dem ich in zwei Wochen zwölf Kilo verloren habe. Bis ganz kurz vorher hatte ich ja noch gearbeitet, und kaum war das ausgestanden, mußte ich schon wieder mit meinen Jobs weitermachen. Im Sommer war ich dann geistig bereits dermaßen niedergebrannt, daß ich mir gesagt habe, meine Ruhe ist mir wichtiger als das Geld, und da habe ich beim Freire eben meinen Abschied eingereicht. Danach wurde es aber noch lange nicht besser, ich bin noch bis Mitte November in allen möglichen laufenden Aufträge verstrickt gewesen.


Insgesamt hatte ich zweieinhalb Jahre ohne Urlaub oder wenigstens eine vernünftige Pause gearbeitet. Dazu kamen noch familiäre Belastungen, über die ich hier überhaupt nicht reden möchte. Kurz: 2013 war in jeder Hinsicht das mieseste Jahr, das ich je erlebt habe. Seit dem Jahreswechsel 2013/14 habe ich endlich halbwegs meine Ruhe, und das nütze ich erstmal aus. Zum Geldverdienen mache ich nur noch das Allernötigste und lebe dafür sparsamer (was übrigens auch leichter fällt, wenn man nicht mehr so unter Streß steht). Kurz bevor ich gekündigt habe, hat mich das Zeichnen zum ersten Mal in meinem Leben regelrecht angewidert, und soweit möchte ich es nicht nochmal kommen lassen.


werbecomics.info: Was sind Ihre nächsten Projekte? Wird es z.B. einen zweiten Mingamanga-Band geben? Und: werden Sie die Geschichte „40 Fässer westwärts“, für die sie schon eine Fortsetzung geschrieben hatten, mit Franz Gerg umsetzen?


Robert Platzgummer: Wie gesagt, im Moment mache ich Pause. Falls ich dann wieder angreife, ist die Frage, inwieweit sich das mit dem Zwang zum Lebensunterhaltverdienen vereinbaren läßt. Eine eigene Comicserie ist für praktisch jeden Zeichner in Deutschland eine Art teures und zeitaufwendiges Hobby, obwohl unsere schöne Heimat mit ihren 80 Millionen Einwohnern doch eigentlich der potentiell größte Comicmarkt in Europa sein müßte.


Mingamanga ist ja auch nicht die einzige Serie, die ich mir mal ausgedacht habe, sondern nur die einzige, die bisher vor einem größerem Publikum veröffentlicht worden ist.


Ich hätte da beispielsweise aus der Zeit vor den Mingamangas noch eine komplette Fantasy-Serie und dazu noch ein Kinderbuchprojekt im Hinterkopf. Ich bräuchte bloß mal einen Verleger dafür. Peter Gauweiler - übrigens mein Wahlkreisabgeordneter - hat mal gelästert, wir hätten in Deutschland keine Unternehmer mehr, sondern Unterlasser. Das trifft absolut auf die deutsche Comicszene zu. Die einen können nichts zahlen, die anderen wollen nichts riskieren.


Mit 40 Fässer westwärts verhält es sich auch nicht anders: Die Idee, das Potential und die Story wären da, allein für die Umsetzung fehlt es an Geld. Das haben andere, und die rücken es nicht raus. Und Franz Gerg hat mit seiner Arbeit an KNAX und diversen anderen Illustrationsaufträgen sowieso ein volles Programm zu bewältigen, da kann und will man nicht "nur so zum Spaß" eine Serie zeichnen, die einem außer anerkennenden Schulterklopfern keinen Pfennig einbringt. Außer natürlich, man ist Masochist.


Die Story für die Mingamangas habe ich zumindest, genau wie die erwähnte Fantasy-Serie, mehr oder minder abgeschlossen im Hinterkopf. Nachdem Hinterköpfe ja zum Glück viel geistigen Stauraum bieten, denke ich mir derzeit übrigens neben einer weiteren Miniserie über eine bedeutende bayrische Persönlichkeit (bei der es sich nicht um Franz Gerg handelt) auch noch eine Westerngeschichte aus, von der ich vorerst nur verraten will, daß es sich nicht um 40 Fässer westwärts handelt. Falls aber wieder Zeit, Schwung und Geld da ist, werden meine vier Lausbuam natürlich mit Vorrang behandelt.


werbecomics.info: Inwieweit wurden Sie von Ihrem Zeichnerkollegen Franz Gerg beeinflusst? Ein Bild der Mingamangas könnte man als Reminiszenz verstehen. Da liegt doch tatsächlich das „Max & Luzie“-Heft „Bei den Samurai“…


Robert Platzgummer: Besagte Mingamanga-Zeichnung war eine Werbeillustration für die Münchner Comic Company, und ist im Comicaze Nr. 23 erschienen. Die Mingamangas sind also auch ein bißchen ein Werbecomic. Die in der Zeichnung verstreut herumliegenden Comichefte brauchten Cover, und da habe ich dann alle Serien und Zeichner verbraten, die ich mag: Spirou und Fantasio, Gaston, Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit, die 20th Century Boys, Vagabond, Battle Angel Alita, Titeuf, und eben Max und Luzie. Dazu haben die Buam auch noch eine Flasche Zyklo-Cola auf dem Teppich stehen. Und übrigens haben die Buam in der ursprünglichen Fassung für die Company eins von den berühmten Manara-Girls bewundert (den Kollegen Manara schätze ich natürlich auch, und nicht nur wegen der, öhöm, sehenswerten Bildmotive). Das war Ende 2007 gewesen.


Den Franz habe ich zwei Jahre davor kennengelernt, als er neben KNAX noch einen anderen Werbecomic gezeichnet hat: Eddie Erdmann, für die Firma SchwörerHaus. Der Franz brauchte wegen der Arbeitsbelastung einen Assistenten, der ihm Skizzenarbeit abnahm. Also habe ich von Nr. 4 bis 18 bei fast jeder Ausgabe im Schnitt zwei oder drei Seiten (von fünf Seiten pro Heft) skizziert, was ihm pro Seite etwa einen Tag Arbeit erspart hat. Die meisten der von mir skizzierten Eddie-Seiten kann man übrigens ganz leicht erkennen, weil ich bei denen oft kreisrunde Panels eingebaut habe. Was recht seltsam ist, da ich runde Panels davor und danach praktisch nie verwendet habe. Aber zu Eddie haben sie aus irgendeinem Grund gut gepaßt.


Der Franz ist schon ein überdurchschnittlich guter Zeichner, neben Uli Oesterle (Hector Umbra), Kleist oder Sascha Wüstefeld (Das Upgrade) einer der besten Deutschlands, und wenn man mit guten Leuten zusammenarbeitet, und einigermaßen auf einer ähnlichen Wellenlänge liegt, übernimmt man im Laufe der Zeit automatisch einiges. Das geschieht aber ganz bestimmt nicht in der Art, daß man zu sich selber mit voller Absicht sagt: "Der Franz macht das so, ab heute mache ich das auch so". Bewußt gefaßte Vorsätze haben meistens eine ähnlich lange Haltbarkeit wie die guten Vorsätze zum Neuen Jahr: Ein paar anstrengende Wochen, dann vergißt man sie wieder. Das richtige Lernen geschieht immer beiläufig.


Jedenfalls ist mein Strich wesentlich solider geworden, seit ich den Franz kenne, und vor zwei Jahren bin ich sogar von der Zeichenfeder auf Pinsel umgestiegen, nachdem ich für Pinselzeichnungen jahrelang null Gefühl in den Fingern hatte. Die optisch auffälligste Änderung ist, daß ich seit 2005 runde Sprechblasen zeichne (statt eckige wie Loisel, an dem ich mich mal eine Zeitlang orientiert hatte). Die runden Blasen hat mir der Franz beim Eddie aber auch gewaltsam aufgezwungen (wofür ich ihn natürlich hasse wie die Pest). Schlecht war das nicht unbedingt, denn runde Sprechblasen hatte ich mir vorher bloß nicht zugetraut. Aber seitdem kann ich das auch.


werbecomics.info: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.